Oktober 2007: Seit mehreren Wochen geht es Willi nicht so gut. Er verschläft 2/3 des Tages und nimmt nur zeitweise am Volierenleben teil. Selbst der vogelkundige Tierarzt ist z. Zt. etwas ratlos. Auch eine Kropfspülung brachte uns nicht weiter - keine Bakterien. Als Willi geröngt wurde, stellte der Arzt eine zu große Leber uns zu viel Grit im Magen fest. Auch Willi`s Nasenhaut fing an sich braun zu färben, was auf einen Leberschaden hinweist. Mit Hilfe von Mariendiestelsamen-Extrakt ging es Willi ein wenig besser und die Nasenhaut wurde wieder blau. Willi sollte nun auch keinen Grit mehr fessen, damit sich sein Magen wieder beruhigt. Leichter gesagt als getan, wenn der Außenvolierenboden mit Kies ausgelegt ist. Also tauschte ich den Kies gegen Buchenholzgranulat aus und Willi durfte mit seinem Kumpel Sprax vom Krankenkäfig im Gästezimmer wieder in die Voli ziehen.
Das Glück hielt leider nur eine Woche und Willi ging es wieder schlechter. Der Tierarzt meinte, es wäre besser Willi in der Wohnung zu überwintern, damit sein Körper nicht noch gegen die Kälte arbeiten muss. Willi bekommt nun weiter Mariendiestelsamen-Extrakt, so dass über längere Zeit seine Leber wieder aufbaut wird. Zur Sicherheit soll auch noch ein Megabakterientest gemacht, obwohl der Tierarzt nicht davon ausgeht, dass er diese Krankheit hat.
Nun musste ich mir Gedanken machen, wie man unser Gästezimmer am besten in ein Vogelzimmer umwandelt, denn am 10.11.2007 stand fest, dass Sprax und Willi nun in unserer Wohnung überwintern müssen. Ich brachte als erstes zwei Freisitze über dem Käfig an, damit Willi und Sprax wenigstens ein Bisschen das Volierengefühl haben. Natürlich dürfen sie den ganzen Tag frei fliegen. Nur abends werden die Käfigtüren geschlossen.

Willi (blau) und seine Krankenpfleger Sprax (türkis)

Da es Willi in den ersten Tagen sehr schlecht ging, schlief er fast nur und Sprax kam fast vor Langeweile um. Zum Schluss war er schon so sauer, dass er schimpfte wie ein Rohrspatz und den schlafenden Willi andauernd anstubste. Das konnte ich nicht länger als einen Tag ertragen und so holte ich Jerry und Hansi zur Gesellschaft rein.
Hansi war in den letzten Monaten auch oft krank. Meistens waren irgendwelche Bakterien Schuld, die ihm sehr zu schaffen machten. Innerhalb der letzten zwei Monate wurden seine Krallen und sein Schnabel zu lang. Als der Tierarzt Krallen und Schnabel kürzte, äußerte er einen starken Verdacht auf PBFD oder Polyoma (Federkrankheiten). Was für ein Schock! Da Hansi durch diese Krankheit ein sehr geschwächtes Immunsystem hat, dachte ich mir, es kann nicht schaden ihn ebenfalls mit seinem Kumpel Jerry in der Wohnung zu überwintern.
Hier nun das Winterquartier von Willi & Sprax und Jerry & Hansi
Der Liebglingsfreisitz der vier

Eine Birdlamp hat die Federlose natürlich auch schon besorgt.
Außerdem wurden auch schon ungiftige Pflanzen für die Fensterbank gekauft.

Auf der Hängeleiter wird auch sehr gerne gesessen. Allerdings musste sie erst einen Tag mit Hirse bestückt werden, damit sie angenommen wurde.

Die Leiter befindet sich auf der anderen Seite des Zimmers, damit die Birdis auch mal zum fliegen animiert werden. Das funktioniert ganz gut.

Jerry sitzt aber trotzdem am liebsten auf seiner Nuss.

Die gesunde Ernährung darf bei den kranken Hühnern natürlich auch nicht fehlen.

Apfel ist was Feines, aber nur wenn er süß schmeckt.

Nach einer gesunden Zwischenmahlzeit lässt Willi sich dann gerne pflegen.

Die Federlose hat immer wieder neue Ideen. Nun musste unbedingt die Fensterdeko geändert werden.

Da staunen die Nachbarn, wenn sie das sehen.

Der Tierarzt konnte bei Willi zum Glück keine Megabakterien feststellen, dafür aber doch einige andere Bakterien. Normalerweise sind sie für einen gesunden Vogel nicht bedrohlich aber da Willi`s Immunsystem schon geschwächt ist, sollte er deshalb nun 8 Tage lang Antibiotikum und ein wasserlösliches Vitaminpräparat direkt in den Schnabel bekommen. Seit dem 20.11.2007 geht es Willi wieder relativ gut. Ob er über den Berg ist?
Willi hat wieder Spaß am schreddern.

Und auch das Möhrengrün schmeckt ihm wieder, den anderen aber auch.
Jerry stellt fest, dass man sogar sehr gut darin baden kann.

Jerry und Hansi können sich gut mit dem neuen Korkstück beschäftigen.

Eine Schüssel mit nassem Gras ist ebenfalls eine spaßige Angelegenheit.
Am Ende haben jegliche Mühe und die gute Pflege von Sprax und mir nicht geholfen. Eine Woche ging es Willi noch relativ gut, doch das war leider die Ruhe vor dem großen Sturm.
Hier ist Willi in einer recht guten Verfassung. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch große Hoffnungen. So werde ich meinen kleinen lieben Wellimann in guter Erinnerung behalten.

Am 01.12.2007 saß Willi morgens wieder fast nur auf dem Käfigboden. Es ging ihm sehr schlecht und er hatte schwarzen Durchfall. Mit einer Kotprobe fuhr ich dann sofort zum Tierarzt, der mir sagte, dass das verdautes Blut sei und gab mir ein blutstillendes Mittel mit. Der Arzt vermutete, dass die Blutungen aus dem Darm oder von der Leber her kamen. Er meinte aber, dass dies evtl. nur eine einmalige Blutung sei und ich mir nicht zu viele Sorgen machen sollte. 2 Tage später sollte ich mit Willi wieder vorbei kommen. Dazu kam es aber nicht, weil es Willi am darauf folgenden Tag noch viel schlechter ging.
An diesem Tag konnte nicht mal sein Kumpel Sprax ihn dazu überreden sich vom Käfigboden aufzuraffen. Ich guckte in ganz schwache leidende Welli-Augen die mir sagten: "Ich kann nicht mehr. Hilf mir bitte!!!" Als Willi wieder schwarzen Durchfall bekam, anfing durchsichtigen Schleim zu spucken und sich vor Krämpfen fast nicht mehr bewegen konnte war für mich klar, dass ich den kleinen Mann jetzt nach 10 Wochen Leid erlösen lassen musste. Am 02.12.2007 traten Willi und ich gegen Mittag unsere letzte Fahrt zum Nottierarzt an. Mein kleiner blauer Mann schlief dort für immer friedlich ein. Ich werde ihn nie vergessen!!!!
Nach Willi`s Beerdigung löste ich die Gästezimmer-WG sofort auf, weil ich die milden Temperaturen ausnutzen musste. Außerdem war Ablenkung für den trauernden Sprax dringend notwendig. Für diese Jahreszeit war es relativ warm draußen (tagsüber 10 - 12 Grad) und mit einer guten Innenvolierenheizung ist es mir zum Glück möglich gewesen Sprax, Jerry und Hansi ohne Probleme an die Voliere zu gewöhnen. Normalerweise setzt man Zimmervögel bei dieser Jahreszeit nicht mehr raus, aber da es beim Einzug von Charly, Joey und Sprax schon mal so gut funktioniert hat, wie es auf ihrer Seite (im Menü unter "die Bewohner") nachzulesen ist, traute ich mich ein zweites Mal. Alle drei haben den Umzug nach draußen unbeschadet überstanden und freuen sich riesig darüber, dass sie wieder draußen im Schwarm sein drüfen. Sprax rief und suchte noch zwei Tage nach Willi, hat dann aber aufgegeben und sich mit Kaja beschäftigt. Seit dem sind die beiden wieder ein Paar.
nach oben
