Im Frühjahr 2007 hatte ich mich noch dazu entschlossen 2 weitere Wellis aufzunehmen. Zuerst guckte ich natürlich im VWFD-Forum unter der Rubrik "Wellis suchen ein Zuhause" . Dort wurde ein paar Kilometer von uns entfernt ein Zuhause für den 8 Jahre alten Fipsi gesucht, dessen Partner gerade gestorben war. Aber seine Federlose entschied sich für eine andere Außenvoliere. So fragte ich bei einem Züchter an, mit dem ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht hatte. Von ihm haben wir Willi, Maja und Lizzy. Er hatte gerade ein fast weißes Küken da, dass abgabebereit war.
So ist dann am 11.05.2007 das kleine Küki Fips bei uns eingezogen. Er hatte am 25.03.07 Schlüpftag. Fips ist ein rezessiver Schecke Gelbgesicht hellblau.

Unsere Henne Kaja hatte ihn kurz nach seiner Ankunft vom Seil geschubst und er flog dabei mit voller Wucht gegen den Volidraht. Deshalb ist auf dem Bild auch die kleine Stelle an der Nasenhaut zu sehen. Es ist ihm zum Glück aber nichts weiter passiert. Trotzdem kann der Kleine sich gut durchsetzen und sucht weiterhin Kontakte.
Kaja und Fips - der Kleine gibt nicht auf
Er ist ein drolliger kleiner Kerl, der gerade dabei ist die große weite Voliwelt zu entdecken. Fips war von der 1. Minute an zahm.


Fips hat sich einen Kumpel gesucht mit dem er alles zusammen unternimmt. Mit den Mädels hat er nicht so viel am Hut. Shorty und Fips sind momentan unzertrennlich.

Aus welchen Gründen auch immer ging die Freundschaft im Januar 2008 in die Brüche. Fips fand in Tommy einen neuen Freund. Seit dem unternehmen die beiden alles gemeinsam. Sie mögen sich so sehr, dass sie sich auch gegenseitig füttern.

aktualisiert 26.03.2010
Aus Fips ist mittlerweile ein wunderschöner, sehr lebhafter und selbstbewusster Hahn geworden.

Fips hat in diesem Frühling die Hennen für sich entdeckt. Da leider alle Hennen in der Voli fest verpaart sind, begnügt Fips sich nur mit dem Flirten, was er allerdings sehr ausdauernd betreibt. Fips liebt Hennen, die so ähnlich aussehen wie er. Deshalb verbringt er viel Zeit bei Lizzy.

Lizzy macht sich nicht so viel aus Fips. Allerdings lässt sie sich gerne von ihm in den Schlaf zwitschern. Dabei besteht sie aber auf einen gewissen Abstand, denn Lizzy ist ja schließlich fest mit Hansi verpaart.

Fips interessiert sich aber auch für Jule, die ihm sehr gerne zuhört, wenn er ihr etwas vorzwitschert.

aktualisiert am 26.03.2011
Die Freundschaft zwischen Fips und Tommy hielt gute drei Jahre, bis Fips Anfang März sehr krank wurde und sich leider auch nicht mehr von seiner Leberkrankheit erholte. Schweren Herzens musste ich den kleinen Mann am 22.03.2011, drei Tage vor seinem 4. Geburtstag, für immer gehen lassen.
Fips und Tommy waren ein Herz und eine Seele und sind fast immer in der Voli zusammen unterwegs gewesen.

Die beiden interessierten sich nur manchmal für Hennen, aber meistens schnäbelten die beiden Herren lieber miteinander. Wahre Freundschaft gibt es nur unter Männern. 

Gegenüber Menschen war Fips eher der zurückhaltende Typ, obwohl er nie schlechte Erfahrungen mit Federlosen gemacht hat. Allerdings war er manchmal so neugierig, wenn schon andere Wellis bei der Federlosen waren, dass er ebenfalls mal auf den Arm flog und neugierig alles untersuchte. Auch für Hirse kam der kleine Mann manchmal auf die Hand.

Anfang Februar merkte ich, dass Fips etwas ruhiger war, was aber kaum zu merken war. Deshalb fragte ich mich auch, ob er wirklich ruhiger war, oder ob das bei mir nur Einbildung war. Fips plusterte sein Rückengefieder auch öfter auf als sonst. Die Ursache dafür konnte aber auch das eiskalte Winterwetter sein und so beobachtete ich ihn 4 Wochen sehr genau.

Irgendwann kam der Zeitpunkt, dass er mir zu ruhig und geplustert vorkam. Er verschief fast die Hälfte des Tages, hatte jedoch viele lichte Momente, in denen er mit Tommy durch die Außenvoli tobte oder fröhlich vor sich hin zwitscherte. Außerdem kamen bei ihm noch Kotabsatzprobleme dazu und so fuhr ich vorsichtshalber mit Fips zum vogelkundigen Tierarzt.
Fips wurde auf sämtliche Infektionskrankheiten hin untersucht. Alle Ergebnisse waren jedoch negativ. Das Röntgenbild brachte dann etwas Klarheit. Es zeigte eine zu große Leber und einen zu großen Hoden. Beides drückte wohl auf seine inneren Organe und deswegen fühlte er sich sehr unwohl und hatte auch Kotabsatzschwierigkeiten. Die Lebervergrößerung war krankhaft und man konnte nichts anderes dagegen machen, als Silymarien (in Mariendiestelsamen-Kapseln vorhanden) über das Futter geben (Dosis wurde vom Tierarzt errechnet) und zu hoffen, dass die Leber sich dadurch wieder regeneriert. Hormone gegen den zu großen Hoden wollte der Tierarzt nicht spritzen, weil die Hormonspritze sehr starke Nebenwirkungen hat, die das kleine geschwächte Vögelchen evtl. sofort das Leben kosten könnten. Er meinte es wäre besser abzuwarten und zu hoffen, dass der Frühling an Fips bald vorüber geht.
Eine Woche später ging es Fips statt etwas besser noch schlechter. Er schlief den ganzen Tag über und wurde nur noch zum futtern und trinken wach. In dieser schweren Zeit blieb sein treuer Freund Tommy bei ihm, fütterte ihn regelmäßig, kraulte ihm auch manchmal das Köpfchen oder leistete ihm einfach nur Gesellschaft. Es war wirklich herzergreifend das mit anzusehen.
Ich wartete noch ein paar Tage auf Besserung aber trotz der guten Pflege von Tommy wurde Fips immer schwächer und auch Atemprobleme kamen dazu. Ich fragte den Tierarzt um Rat und der sagte mir, wenn Fips anfängt zu leiden, müssen wir ihn gehen lassen, denn die erhoffte Wirkung der Mariendiestelsamen blieb aus und die Leber schien nun auch auf die Luftsäcke zu drücken, daher die Atemnot. So entschloss ich mit dann nach langem Überlegen und vielen Stunden Beobachtung dazu Fips einschläfern zu lassen.
Wie immer, wenn einer meiner Wellis ins Regenbogenland flog, war ich am Boden zerstört. Zum Glück konnte Tommy den Verlust seines besten Freundes besser verschmerzen als ich. Er rief noch ein paar Mal nach Fips, beschäftigte sich dann aber mit seinen anderen Freunden im Schwarm.
Kleiner Fips, du bist in deinem ganzen Leben nie krank gewesen und nun war deine erste Krankheit gleich so schwer, dass ich dich für immer gehen lassen musste. Das ist unfassbar für mich. Ich tröste mich damit, dass du bei uns vier schöne Jahre in der Außenvoliere mit vielen Artgenossen verbracht hast und nie ein Käfigleben kennenlernen musstest. In meinem Herzen lebst du als fröhlicher und lieber Zwitscher-Welli weiter, der gegenüber Federlosen immer sehr zurückhaltend war.


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