Anfang August 2010 entschied ich mich dazu für Hennen-Verstärkung zu sorgen, denn durch verschiedene Krankheiten ist die Anzahl unserer Hennen auf vier gesunken, die momentan fest verpaart sind. Vier Hennen und zehn Hähne ist eine denkbar ungünstige Zusammenstellung, die spätestens im nächsten Frühjahr zu großem Unfrieden im Schwarm führt. Schon jetzt gibt es oft Streitigkeiten zwischen den Hähnen wg. der Hennen. Da meine Freundin für zwei Küken aus dem Frühjahr 2010 noch kein Zuhause gefunden hatte, beschloss ich, die beiden Hennen Fussel und Kara aufzunehmen.
Fussel schlüpfte am 15.02.2010 aus dem Ei und sie zog am 10.08.2010 im Alter von 6 Monaten bei uns ein. Ihr Farbschlag: opalin hellgrün.

Ich hatte schon im Frühjahr auf Fussel ein Auge geworfen, weil sie mir durch ihr Aussehen irgendwie ein wenig Leid tat. Ihre Mutter hatte sie aus unerklärlichen Gründen im Nistkasten gerupft und auf den Narben wachsen seit dem wenig bis gar keine Federn.

Fussel ist mit der gleichaltrigen Kara zusammen in der Voliere meiner Freundin aufgewachsen und deshalb sind die beiden eng befreundet. Sie halten sich meistens zusammen am gleichen Ort auf. Manchmal füttern die beiden sich gegenseitig und fliegen oft zusammen ausgelassen durch die Außenvoliere. Wenn Fussel und Kara sich nicht mehr sehen können, fangen sie an sich gegenseitig zu rufen. Das ist manchmal ganz schön laut. So laut, dass ich es in der Wohnung bei geschlossenem Fenster höre.

In den ersten 3 - 4 Tagen nach dem Einzug bei uns hatten die beiden Damen Probleme den Eingang zur Innenvoli zu finden. Deshalb mussten sie auch in den ersten Nächten draußen schlafen, was ja aber bei den momentan sehr warmen Temperaturen nicht so dramatisch war. Jerry leistete den beiden nachts Gesellschaft, was ich gar nicht witzig fand. Frauchen musste dann morgens und mittags aus der Hand Hirse füttern, damit die Damen nicht vor Hunger von der Stange fielen. Abends sollte der Hunger die beiden dann rein treiben, was nach einiger Zeit zum Glück auch funktioniert hat. Auch Jerry schläft seit dem wieder in der Innenvoliere.
Fussel ist eine sehr lebhafte Welli-Henne, die für ihr Leben gern an allem herum nagt. Federlose mag sie nicht so gerne, außer wenn sie Hirse in der Hand haben, dann kommt sie sofort und verscheucht alle anderen Wellis auf der Hand. Bis jetzt habe ich noch nicht so schöne Bilder von Fussel, weil sie ziemlich viel Angst vor der Kamera hat. Aber das wird sich in nächster Zeit legen, wenn ich öfter mal mit dem Knipsdings in der Voli stehe.

Die kleine Dame fühlt sich mittlerweile in unserem kleinen Schwarm richtig wohl. Am liebsten sitzt sie auf dieser Weinrebe.

aktualisiert am 25.09.2010
Fussel konnte ich ein paar Wochen nach ihrem Einzug davon überzeugen, dass ich völlig ungefährlich bin und oft leckere Hirse mit dabei habe. Seitdem ist Fussel handzahm. Leider hat sie eine sehr schmerzhafte Angewohnheit: Sie kneift mir mit aller Kraft in die Finger, wenn der Hirsekolben leer ist bzw. sie auf meine Hand kommt und ich keine Hirse habe. Hoffentlich gewöhnt sie sich diese Unart mit der Zeit wieder ab.

Fussel ist eine sehr neugierige Henne. Mittlerweile hat sie gar keine Angst mehr vor der Kamera. Sie kriecht fast in den Fotoapparat, wenn man nicht aufpasst.

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